Die Abschlussveranstaltung des Projekts „Lyrik und Leichte Sprache“ führte sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Prüfgruppen der KJF Werkstätten in Straubing und Mitterfels an die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg. Begleitet wurden sie von Mario Franz, Markus Beck und Christian Reiner. Eingeladen hatte Projektleiter Prof. Dr. Christian Zürner, der gemeinsam mit den Beteiligten auf die erfolgreiche Projektzeit zurückblickte. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Verbindung von kreativer Sprache und Leichter Sprache. Dabei konnten die Teilnehmenden erleben, dass auch Gedichte verständlich, zugänglich und für viele Menschen erlebbar gemacht werden können.
Herzlich willkommen an der OTH Regensburg
Zum Auftakt wurden die Gäste von Prof. Dr. Oliver Steffens, Vizepräsident der OTH Regensburg, begrüßt. Dabei stellte er nicht nur die Hochschule vor, sondern gab auch einen persönlichen Einblick in seine Leidenschaft für Lyrik. Mit einem selbst verfassten Gedicht zeigte er, welche Kraft und Ausdrucksmöglichkeiten in Sprache stecken. Anschließend besuchte die Gruppe die Bibliothek der OTH. Die Führung wurde in Leichter Sprache angeboten. Das kam bei den Teilnehmenden besonders gut an. Die verständlichen Erklärungen machten es leicht, die vielen Angebote und Aufgaben einer Hochschulbibliothek kennenzulernen.

Austausch auf Augenhöhe
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa traf die Gruppe zwei Studierende der Fachschaft. In einer offenen Gesprächsrunde stellten beide Seiten Fragen und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Dabei berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihrer Mitarbeit im Projekt und erklärten, warum ihnen die Arbeit mit Gedichten und Leichter Sprache so viel Freude bereitet hat. Gleichzeitig interessierten sie sich für das Leben der Studierenden, die Finanzierung eines Studiums und die Beweggründe für ein Studium der Sozialen Arbeit. Der Austausch zeigte deutlich, wie wichtig verständliche Kommunikation ist. Leichte Sprache hilft dabei, Informationen zugänglich zu machen und echte Teilhabe zu ermöglichen. Sie schafft Verständnis und fördert Begegnungen auf Augenhöhe.
Leichte Sprache schafft Zugang
Während des gesamten Projekts beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage, wie Gedichte für möglichst viele Menschen verständlich werden können. Dabei wurde deutlich, dass Leichte Sprache weit mehr ist als eine vereinfachte Ausdrucksweise. Sie ermöglicht Menschen den Zugang zu Informationen, Kultur und Bildung und ist damit ein wichtiger Beitrag zu mehr Inklusion und Teilhabe. Die Beteiligten brachten ihre Erfahrungen als Prüferinnen und Prüfer ein. Dadurch konnten Texte aus der Sicht der Zielgruppe bewertet und weiterentwickelt werden. Die gemeinsame Arbeit machte deutlich, wie wertvoll die Perspektive von Menschen mit Behinderung für verständliche Kommunikation ist.

Große Bereicherung für alle Beteiligten
Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Spaziergang über den Campus. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war der Besuch an der OTH Regensburg ein gelungenes Ende eines besonderen Projekts. Vor allem die Bibliotheksführung in Leichter Sprache und das gemeinsame Mittagessen mit den Studierenden bleiben vielen in guter Erinnerung. Einige berichteten bereits, dass sie die Treffen und die kreative Arbeit an den Gedichten vermissen werden. Das Projekt wurde von den Beteiligten als große Bereicherung erlebt. Es hat gezeigt, wie Sprache Menschen verbinden und wie Leichte Sprache den Zugang zu Literatur, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe erleichtern kann.
Öffentliche Lesung im Oktober
Die Ergebnisse des Projekts werden derzeit zusammengestellt und aufbereitet. Präsentiert werden sie bei einer öffentlichen Lesung am 19. Oktober um 17:30 Uhr in den Werkstätten St. Josef in Straubing. Interessierte sind herzlich eingeladen, die entstandenen Texte kennenzulernen und zu erleben, wie Lyrik und Leichte Sprache miteinander verbunden werden können.
Text: Michaela Huber
Fotos: Mario Franz