Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wurde Christine Primbs vom Arbeitskreis Frauenbeauftragte der KJF Werkstätten in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Mit ihrem Renteneintritt endet nicht nur ein langes Arbeitsleben in den Straubinger Werkstätten, sondern auch ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Frauenbeauftragten.

Fast vier Jahrzehnte in den Straubinger Werkstätten
Christine Primbs trat am 1. September 1979 im Alter von 19 Jahren in die Straubinger Werkstätten ein. Nach vielen Jahren in der Hauswirtschaft und einer Familienpause zur Betreuung ihrer Tochter kehrte sie 1995 in die Werkstätten zurück. Später wechselte sie in verschiedene Arbeitsbereiche der Produktion und stellte sich immer wieder neuen Aufgaben.
Wer mit ihr zusammenarbeitete, erlebte sie als engagierte, zuverlässige und pflichtbewusste Kollegin. Neue Herausforderungen schreckten sie nie ab. Im Gegenteil: Christine war stets bereit, Neues auszuprobieren und dazuzulernen.
Der Mut, etwas Neues zu wagen
Genau diese Offenheit führte sie 2015 zu einer Aufgabe, die ihr Leben in den folgenden Jahren prägen sollte. Als sie gefragt wurde, ob sie an einem Projekt zur Einführung von Frauenbeauftragten in Einrichtungen teilnehmen möchte, musste sie nicht lange überlegen.
„Das schau ich mir an“, sagte sie damals.
Was wie eine spontane Entscheidung klang, erwies sich als richtungsweisender Schritt. Damals gab es das Amt der Frauenbeauftragten in Werkstätten noch nicht offiziell. Christine gehörte zu den Frauen der ersten Stunde, die bereit waren, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen.

Im Rahmen einer umfangreichen Ausbildung in Herrsching am Ammersee qualifizierte sie sich für ihre neue Rolle und wurde Ansprechpartnerin für die Belange von Frauen in den Straubinger Werkstätten.
Für Frauen da sein
Als das Amt der Frauenbeauftragten später offiziell eingeführt wurde, war Christine bereits eine erfahrene und geschätzte Ansprechpartnerin. 2017 wurde sie zur Frauenbeauftragten gewählt und in den Jahren 2021 und 2025 erneut im Amt bestätigt.
Elf Jahre lang setzte sie sich mit großem Engagement für Frauen in den Werkstätten ein. Sie hörte zu, machte Mut, begleitete Frauen in schwierigen Situationen und unterstützte sie dabei, ihre Anliegen vorzubringen.
Ihre regelmäßigen Sprechstunden wurden für viele Frauen zu einem wichtigen Anlaufpunkt. Auch bei ihren Besuchen in den Nebenstellen war sie stets nah an den Menschen und ihren Anliegen.
Engagement weit über Straubing hinaus
Christine brachte ihre Erfahrungen nicht nur vor Ort ein. Sie nahm an zahlreichen Arbeitskreisen, Fortbildungen und Vernetzungstreffen auf Landes- und Bundesebene teil. Sie wirkte an der Weiterentwicklung des Amtes der Frauenbeauftragten mit und unterstützte andere Frauenbeauftragte mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung.
Damit trug sie dazu bei, dass Frauen mit Unterstützungsbedarf stärker gehört werden und ihre Interessen öffentlich sichtbar werden.
Eine starke Stimme für viele Frauen
Die Aufgabe als Frauenbeauftragte erforderte Ausdauer, Mut und Durchhaltevermögen. Christine stellte sich diesen Herausforderungen über viele Jahre hinweg mit großem persönlichen Einsatz.
Für zahlreiche Frauen war sie Ansprechpartnerin, Vertrauensperson und Mutmacherin zugleich. Mit ihrer Arbeit hat sie dazu beigetragen, dass Frauen in Werkstätten heute mehr Mitbestimmung und Unterstützung erfahren.
Dank für ein außergewöhnliches Engagement
Nach insgesamt 39 Arbeitsjahren verabschiedet sich Christine Primbs nun in den Ruhestand. Die Aufgaben der Frauenbeauftragten übergibt sie an ihre Nachfolgerin Suzana Dubajic sowie an die stellvertretende Frauenbeauftragte Lilly Hampel.
Bei der Verabschiedung wurde deutlich, welche Spuren Christine hinterlässt. Sie war nicht nur eine engagierte Mitarbeiterin, sondern auch eine Wegbereiterin für Frauenbeauftragte in Werkstätten.
Die KJF Werkstätten danken Christine Primbs herzlich für ihren Mut, ihre Ausdauer und ihr außergewöhnliches Engagement. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihr Gesundheit, Freude und viele schöne Momente.
Text: Michaela Huber, Foto: KJF Werkstätten