Beschäftigte und Gäste arbeiten gemeinsam an langen Tischen in einem hellen Werkstattraum. Zwischen zahlreichen Kartons, Kisten und verpackten Produkten werden Materialien sortiert, kontrolliert und verpackt. Im Hintergrund sind weitere Arbeitsplätze und Verpackungsmaterial zu sehen.

Schichtwechsel in Mitterteich: Werkstattalltag hautnah erleben

07.10.2026 – 
Mitterteich

Neue Perspektiven durch persönliche Begegnungen

Wie arbeitet eigentlich eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung? Welche Aufgaben übernehmen die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag? Und was macht ihre Arbeit so besonders? Antworten auf diese Fragen gab der bundesweite Aktionstag „Schichtwechsel“, an dem sich auch die Stiftlandwerkstätte St. Elisabeth in Mitterteich beteiligte. Ziel der Aktion ist es, Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zusammenzubringen und durch persönliche Begegnungen neue Perspektiven auf Arbeit und Teilhabe zu eröffnen. Ziel des Aktionstages einen „SICHTwechsel“ zu erleben und die Arbeitswelt des jeweils anderen kennenzulernen.

Zu Gast in der Werkstatt

Bereits zum Start herrschte eine offene und neugierige Atmosphäre. Acht Gäste aus Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Stiftlandwerkstätte zu werfen. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Firma Glapor, des Bezirks Oberpfalz, der Stadt Mitterteich, des Marktes Wiesau sowie Mitarbeitende eines Kindergartens der Stadt Waldsassen.

Nach einer gemeinsamen Begrüßung ging es direkt in die verschiedenen Arbeitsbereiche. Dort begleiteten die Gäste die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit. Sie konnten selbst erleben, mit wie viel Sorgfalt, Engagement und Fachwissen die täglichen Aufträge ausgeführt werden. Schnell wurde deutlich, dass hinter den Produkten und Dienstleistungen der Werkstatt Menschen mit vielfältigen Fähigkeiten, Erfahrungen und Talenten stehen.

Wenn Arbeit persönliche Geschichten bekommt

Besonders gefreut hat sich Stefan Rösch aus der Metallabteilung über den Besuch von zwei Mitarbeiterinnen der Firma Glapor. Mit sichtbarem Stolz führte er die Gäste durch das Lager und zeigte ihnen seinen Arbeitsplatz. Dabei erklärte er seine Aufgaben und beantwortete zahlreiche Fragen. Für Stefan war der Besuch etwas Besonderes. Umso größer ist nun die Vorfreude auf den Gegenbesuch bei Glapor, bei dem er selbst einen Einblick in die Arbeitswelt des Unternehmens erhalten wird. Solche Begegnungen sind es, die den Schichtwechsel ausmachen: Menschen kommen miteinander ins Gespräch, entdecken Gemeinsamkeiten und lernen die Arbeit des jeweils anderen kennen.

Einblick für diejenigen, die Entscheidungen treffen

Eine besondere Erfahrung war der Besuch von zwei Mitarbeitenden des Bezirks Oberpfalz. In ihrem Berufsalltag beschäftigen sie sich häufig mit Anträgen und der Finanzierung von Unterstützungsleistungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Beim Schichtwechsel konnten sie unmittelbar erleben, wie diese Unterstützung in der Praxis wirkt und welche Bedeutung die Werkstatt für die berufliche Teilhabe der Mitarbeiter hat. Die Gespräche mit Mitarbeitern vor Ort machten deutlich, wie wichtig solche Angebote für viele Menschen sind.

Unterstützung aus der Region

Auch Vertreter der Kommunen begleiteten den Aktionstag. Der Bürgermeister des Marktes Wiesau, Michael Dutz, bezeichnete den Schichtwechsel als wichtige Erfahrung. Er betonte den Wert solcher Begegnungen für das gegenseitige Verständnis.

Der Bürgermeister der Stadt Mitterteich nutzte ebenfalls die Gelegenheit zum Austausch. Stefan Grillmeier besucht die Stiftlandwerkstätte immer wieder gerne und zeigte großes Interesse an den Gesprächen mit allen Mitarbeitern und Gästen.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurde der Austausch fortgesetzt. Es entstanden viele Gespräche über unterschiedliche Berufswege, persönliche Erfahrungen und die Bedeutung von Inklusion im Arbeitsleben.

Inklusion wird erlebbar

Am Ende des Tages zogen alle Beteiligten ein sehr positives Fazit. Viele Gäste zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Aufgaben, der Professionalität der Arbeit und der offenen Atmosphäre in der Werkstatt. Der Aktionstag „Schichtwechsel“ hat sprichwörtlich einen Sichtwechsel ermöglicht. Der Gegenbesuch in den Unternehmen steht noch aus und alle Beteiligten freuen sich schon sehr darauf!

Text und Fotos: Michaela Huber